Die Cevennen flimmerten in der Frühlingssonne ! In den Gärten der Dörfer verzierten Flieder, Osterglocken und Narzissen in leuchtenden Farben die Ziegeldächer ! Im entfernten Dunst dieser ersten Wärme all die Rundungen, all die Bergkämme, die sich herrlich abzeichneten !

Les Cevennes sous le soleil du printempsThe Cevennes under spring sunshineDie Cevennen unter der Frühlingssonne春日阳光下的赛文山脉

Die Cevennen unter der Frühlingssonne
Christian Lalanne

La Bastide Puylaurent (La Bastide St Laurent les Bains pour la SNCF) par le "Cévenol"An einem späten Nachmittag im April 2002.
Ich bin in La Bastide-Puylaurent (La Bastide St Laurent les Bains für die “SNCF”) mit dem Zug  "Cevenol" angekommen und habe dabei die herrlichen Cevennen überquert.

Aber folgen wir dieser kleinen Strecke, die langsam La Bastide-Puylaurent durchquert hat und dann den Weg nach Luc und Langogne genommen hat durch das Tal des Flusses Allier, verwinkelt und schon grün in diesen ersten Frühlingstagen !

Et doucement nous descendîmes vers Loubaresse niché tout en bas. Haut lieu de tourisme des Cévennes ardéchoisesRogleton schlief friedlich in seiner grünen Behausung, ebenso Luc im Schatten seiner Schlossruinen, die Stevenson und seine Eselin Modestin (GR70) haben passieren sehen, und auf Höhe seines stillgelegten Bahnhofes, der nunmehr die Züge vorbeifahren sieht, ohne dass er sie anhalten kann, bog das seltsame Gespann in Richtung Saint Etienne de Lugdarès, Le Bez ab, leicht das Tal von Masmejean erklimmend, das sich allmählich verengte, die Weiden und Weiler wichen nach und nach dem Wald, den Felsen und dem Ginster.

Der Gebirgspass “Col de Meyrand” (1370m) und sein letzter Schnee auf den Seiten boten im Vorbeifahren ein phantastisches Panorama auf die Berge der Ardeche des Tanargue-Massivs, die Rhone-Ebene und, weit entfernt im Nebel, auf den Ventoux !

Madame Merle, l'épicière, nous accueillit avec simplicité et gentillesse ! Des minutes de bonheur qui valaient toutes les richesses du monde !Und sanft fuhren wir nach Loubaresse herab, das ganz unten versteckt liegt. Touristisch bedeutsamer Ort in den Ardecher Cevennen, ein kleines Dorf mit aus Stein und Kalkschiefer erbauten Häusern und am kleinen Platz direkt unterhalb der Kirche einige Stufen aus abgenutztem Stein, eine alte Türe, die wir aufstiessen und wir befanden uns in einem winzigen Lebensmittelladen von früher, überladene Holzregale, Einmachgläser. Und Frau Merle empfing uns so ungezwungen und freundlich ! Einige Minuten Glück, die mehr wert sind als alle Reichtümer dieser Welt !

Wir passierten das Gästehaus von Françoise Skuras, die um diese Stunde nicht zugegen war, und wir nahmen, noch immer sanft und leise, noch immer diskutierend und noch immer die Weltordnung wiederherstellend, den Weg nach La Bastide-Puylaurent wieder auf. Der Abend brach herein und die untergehende Sonne blendete uns, seitdem wir den “Col” passiert hatten. Wir hielten bei der Herberge von Bez zum Abendessen. Philippe, noch immer mit seinem Laptop bewappnet, zeigte Frau Champel und ihren Kindern die Fotos, die er im letzten Winter während seiner Australienreise geschossen hatte.

Die Nacht war schon hereingebrochen, als wir uns wieder im L'Etoile einfanden, das an diesem Aprilende noch geschlossen war, aber von dem Magier Philippe schon darauf vorbereitet wurde, für eine neue Saison wiedergeboren zu werden ! Und in meinem Geist des eingefleischten Wanderers bereitete ich bereits eine Wanderung vor, die mich eines Tages von La Bastide-Puylaurent über die Abtei Notre Dame des Neiges nach Loubaresse führen würde !

Nehmen Sie einen Güterwagen "Trafic". Setzen Sie einen Mann voller Originalität hinein, der seinen Ernst sucht. Fügen Sie einen Labrador hinzu, der einige Stunden lang seinen Korbsessel verlassen wird. Streuen Sie einen geriebenen Wandersmann voller Ernst darüber, der seit 58 Jahren seine Originalität sucht. Und Sie werden eine Vorstellung von dem Team haben, welches das Gästehaus L'Etoile verliess um Schlag zehn Uhr morgens, am Sonntag, den 21. April 2002; der Frankreich erschüttert hat wie man einen Pflaumenbaum schüttelt !

Petit arrêt au hameau du Thort, puis a continué en descendant par PrévenchèresUnd der “Trafic” hat sanft den Weg Richtung Cevennen aufgenommen. Kleiner Stopp am Weiler von Thort, dann fuhr er weiter bergab durch Prevencheres, Le Barrage du Rachas, Villefort und Concoules, wo das Fahrzeug der "Route du Haut" bis nach Genolhac folgte. Tourismus und zahlreiche Fotostopps für Philippe, APS für Christian, und eine Pause zum Abreagieren für Billy, den Labrador !

Die Cevennen flimmerten in der Frühlingssonne ! In den Gärten der Dörfer verzierten Flieder, Osterglocken und Narzissen in leuchtenden Farben die Ziegeldächer ! Im entfernten Dunst dieser ersten Wärme all die Rundungen, all die Bergkämme, die sich herrlich abzeichneten !

Und im touristischen Vehikel (lahme Ente) zwei Männer, die die Weltordnung und ihre eigene Welt wiederherstellten, indem sie Country- und Folksongs anhörten, die der Mann, der mich führte, von einer Reise mitgebracht hatte und der mir ein solches Spektakel ermöglichte, von welchem ich jede Kurve, jedes einzelne Panorama aufsog !

De Génolhac, nous avons glissé vers le Pont de Rastel et vers Chamborigaud et son viaduc en courbe qui permet à la ligne du Cévenol de franchir la vallée du LuechVon Genolhac sind wir Richtung Pont de Rastel und Chamborigaud und seinem gekrümmten Viadukt, auf dem man auf der Cevenol-Strecke das Luech-Tal überqueren kann, weitergereist. Dann sind wir in einem langen Zick-Zack über den Pass “Col de la Begude” aufgestiegen, bevor wir Sainte Cecile d'Andorge und Le Collet de Dèze erreichten, wo wir auf der sonnigen Terasse eines Restaurants frühstückten, die am Ufer des gezähmten Flusses liegt.

Billy hat die Herrin dieses Ortes erobert und Philippe hat einige Fotos von den Hausherren gemacht. Und der Renault Trafic nahm seinen Weg wieder auf über die “Route du Col de Pendedis”, die uns eine Orgie von herrlichen Panoramen beschert hat, die Ihnen unter die Haut gehen werden wie uns, als wir durch diese Cevennen fuhren !

Billy rodant dans les ruelles, la mairie, comme toutes celles des villages traversés.Bergab-Fahrt über Saint Germain de Calberte und seinem nackten Mann, Statue zu Ehren der Männer, die die Cevennen erbaut haben ! ! ! Nochmal Fotos, immer Fotos ! Billy, wie er durch die Gässchen streift, das Rathaus war wie die all der anderen durchquerten Ortschaften geöffnet für den Ball der kleinen weissen Papiere, der sich mit Einbruch der Nacht in einen verfluchten Ball verwandeln würde.

Aber wir waren noch weit von alledem, glücklich über diesen touristischen Tag durch die Lozere, die ich so viele Male zu Fuss durchlaufen hatte, alleine oder in Begleitung, und in jedem Ort, den ich als eingefleischter Wanderer durchlaufen hatte, fand ich Gesichter, Bilder, Gefühle, Worte, Farben und Gerüche wieder.

Einer Abfahrt folgte ein Wiederanstieg, immer noch sanft, wir diskutierten immer noch und waren immer noch glücklich. St Andre de Capcize, Col de Jalcreste, das Dorf Cassagnas und seine Gastwirtin, die nun im Ruhestand und glücklich über ihre neugewonnene Freiheit ist, sein verlassener Tempel und seine Gärten, die so schön nach Frühling riechen ! Wir sind weiter übers Tal des Flusses Mimente gefahren und kamen an der ehemaligen Bahnhofsherberge von Cassagnas vorbei, wo ich vor einigen Jahren Halt gemacht habe, als ich zusammen mit meinen Freunden den Stevenson-Weg gelaufen bin.

Leichter Anstieg bis Barre des Cevennes, ein lang gestreckes Dorf, das ebenfalls eine meiner Etappen war – ich glaube, es war die erste, als ich vor 25 Jahren die Cevennen entdeckte.

Vielen Dank, Herr und Frau Combes, dass ihr uns so warmherzig aufgenommen habt, so einfach, und ich werde mich immer an das erinnern, was ihr uns gesagt habt, während meiner zweiten Durchreise. Dass ihr bei der Eröffnung eurer Herberge traurig wart, wenn die Wanderer am Morgen aufbrachen, aber dass dann die, die am gleichen Abend kamen, euch die des Morgens zu sein schienen. Und dass diese Polonaise von Wanderern ein grosses Glück für euch war ! ! !

St André de Capcize, col de Jalcreste, village de CassagnasIch habe in dem Dorf, das wir durchwandert haben, erfahren, dass Herr Combes gestorben war und dass nun sein Sohn die Führung über die Beherbung der Wanderer übernommen hatte. Das ist die nostalgische Folge !

Und der Trafic fuhr Richtung Florac weiter, immer beherrscht von den Felswänden des  Causse Mejean, dann Richtung Mende über den “Col de Montmirat”, und auch dort Orte, Bilder, Gesichter und Gefühle aus vergangenen Wanderungen.Wir verliessen Mende rasch und gelangten schliesslich über Badaroux, Laubert, der Hochebene von Montbel, Belvezet, und dem kleinen Serpentinensträsschen nach Chasserades nach La Bastide Puylaurent und sein Gästehaus L'Etoile, das in wenigen Tagen eröffnen wird, um seine Besucher zu empfangen. Philippe wird sich im Speisesaal und am Herd aufhalten, immer zur Verfügung stehend, immer darüber wachend, dass jeder sich gut fühlt, dass jeder das Glück fühlt, dort zu sein !

Billy hat sich wieder in seinem Korbsessel am Kamin niedergelassen, der auf seine Holzscheite wartet, das Klavier wartet still auf seinen Virtuosen, die belgischen Biere warten auf ihre Liebhaber, das hausgemachtet Brot wartet auf die Gourmets. Das L'Etoile – der “Stern” -  wird, wie schon seit 14 Jahren, in der Konstellation der Gästehäuser für eine neue Saison glänzen! Und an diesem Sonntag, dem 21. April 2002, um 20:00 Uhr, hat sich ein Gesicht auf unseren Fernsehbildschirmen abgezeichnet. Es war wie eine Regenwolke über der Sonne eines geschenkten Tages für zwei Männer auf der Suche nach "etwas", dass das “kleine Plus”eines Lebens ausmacht !

L'Etoile Gästehaus
L'Etoile Gästehaus

Das ehemalige Sommerferienhotel der Zwanziger Jahre mit am Fluss Allier gelegenen Garten trägt den hübschen Namen Gästehaus L'Etoile und dient heute als gemütliches Gästehaus

Das ehemalige Sommerferienhotel der Zwanziger Jahre mit am Fluss Allier gelegenen Garten trägt den hübschen Namen Gästehaus L'Etoile und dient heute als gemütliches Gästehaus. Es befindet sich in La Bastide-Puylaurent inmitten der für Südfrankreich typischen Berge zwischen den Regionen Lozere, Ardeche und den Cevennen. Auch die Fernwanderwege GR7, GR70 Stevensonweg, GR72, GR700 Regordaneweg (St Gilles), Cevenol, Montagne Ardechoise, Margeride, Gevaudan und der GR470 Schluchtenweg entlang des Flusses Allier. Ideal für einen entspannten Urlaub.