Velotour im Lozère vom Gite L'Etoile (Gästehaus/Gasthof) von La Bastide-Puylaurent nach Pied de Borne, Chassezac Täler, Les Vans, Chambonas, Peyzac, Saint Jean de Pourcharesse, Peyre und Saint Laurent les Bains (Thermalkur).

 

Rundtour mit Fahrrad aus Chassezac Canyon und montagne ardechoise in Ardèche

Rundtour mit Fahrrad aus Chassezac Canyon und montagne ardechoise in Ardeche"Partageons la route", das verkünden die Schilder, wenn wir auf der D 906 zum L'Etoile Gasthof nach La Bastide-Puylaurent fahren. Wer das nicht glaubt, und dieses Misstrauen kann lebensrettend sein, der sollte die viel frequentierten Straßen meiden und sich lieber auf den Nebenstrecken vergnügen. Ich will Ihnen hier mal so eine Tour vorstellen:

Los geht es natürlich damit, dass ich viel zu spät starte. Kein Problem mit dem Aufstehen, aber es sind wieder so nette Gäste da, dass ruckzuck eineinhalb Stunden für das Frühstück draufgehen. Naja, wir sind ja schließlich in Frankreich !

Pied de Borne im LozereEin kurzer Aufstieg auf der D 906 Richtung Villefort bis zur ersten Kreuzung und dann ab in die Pampa. Es empfiehlt sich nämlich, dort sofort die D 906 zu verlassen, auf der D 151 ist nichts, aber auch wirklich gar nichts los. Und es geht sage und schreibe 22 Kilometer nur abwärts. Wenn ich den Blick von den herrlichen Ausblicken ins Tal und auf die benachbarten Waldhänge nehmen kann – und das empfiehlt sich angesichts der zahlreichen Schlaglöcher - dann kommt ab und zu der Gedanke: "das musst du auch wieder hochstrampeln !"

Ab und zu wird das Flüsslein, das sich entlang der Straße windet, die "Borne" aufgestaut, am Rand weiden Schafe und das ganze gibt ein unbeschreibliches Bild, bei dem man sich wünscht hier seinen Lebensabend zu verbringen.

Das Tal der BorneIn Pied de Borne, wo ein mächtiges Elektrizitätswerk den Anblick verschandelt, sind die Schultermuskeln hart wie Stahl, die Schenkel und Waden klagen über Arbeitslosigkeit. Doch das nicht mehr lange. Ich entscheide mich intuitiv für links und weiter geht die Fahrt auf der D 113 nach les Vans, das Flüsslein heißt nun plötzlich "Chassezac" jetzt fällt die Straße nur noch flach, und der Tacho zeigt immer mal wieder 40 km/h. Da kommt Freude auf. Nach weiteren 20 Kilometern ist les Vans erreicht, ein nettes kleines Provinzstädtchen, das sich heute, am Sonntag, von seiner schönsten Seite zeigt. Da nutze ich doch gleich die Gelegenheit und kaufe mir eine ordentliche Karte, die "Privas Ales" des Institut Geographique National.

Chambonas in ArdecheDoch dann ist Schluss mit lustig. Nun rächt sich, dass die Fahrt am Stück von 1016 Höhenmetern auf 158 führten. Ein kurzes Stück auf der D 104 Richtung Joyeuse (ob die Damen dort immer so joyeuse sind?) dann links ab Richtung Chambonas, von dort auf der D 250 nach Peyzac. Der Anstieg ist kurz aber heftig. Der Hammer: da oben haben die Bauern Wald gerodet und bauen Wein auf der Höhe an, nicht übel! Wer schon Durst hat, kann in der Bar von Peyzac den verlorenen Schweiß nachfüllen. Direkt an der Bar biegen wir jetzt links auf die D 207 ab, Richtung St. Jean de Pourcharesse. Es geht weiter bergauf, aber weitaus angenehmer als zuvor und so schweift das Auge immer wieder über das Tal und die vereinzelten Anwesen. Viele scheinen unbewohnt zu sein, ein Phänomen, das wir in den schönsten Gegenden Frankreichs überall beobachten.

Thines im ArdecheIn St. Jean de Pourcharesse muss man anhalten: das Kirchlein mit dem steingedeckten Dach und dem offenen Glockenturm ist zwar nicht geöffnet, der Blick nach Süden von diesem Punkt aus aber eine Offenbarung: Wie Wellen erscheinen die vorgelagerten Bergketten, die erste dunkelgrau, jede weitere immer eine Spur heller, die letzte bildet eine Einheit mit dem Horizont. Mit diesem unvergleichlichen Eindruck geht es rauf aufs Rad und weiter Richtung D 10, die wir bei Peyre erreichen, mittlerweile schon wieder auf 865 m Höhe und die Zunge klebt am Gaumen.

Mittlerweile haben wir schon längst den Kastanienwald verlassen, die Hänge werden kahler, niedrige Kiefern, Ginster und hartlaubige Büsche werden unser Begleiter. Tiefviolette Farbtupfer an den Hängen zeugen davon, dass Eriken hier eine ideale Wachstumsgrundlage haben.

Ab und zu wird das Flüsslein, das sich entlang der Straße windet, die "Borne" aufgestaut, am Rand weiden Schafe und das ganze gibt ein unbeschreibliches Bild, bei dem man sich wünscht hier seinen Lebensabend zu verbringen.Jetzt ist Zeit Energiespender zu tanken, ich kann das nur empfehlen. Wer, wie der Autor, glaubt, da käme auf den nächsten Kilometern noch was, der hat sich getäuscht. Was wirklich noch kommt, das sind ein paar nette Höhenmeter, die lassen sich locker schlucken, wenn der Energievorrat stimmt. Da ich das Restaurant in Peyre aber links liegen ließ, bin ich kurz vor dem Höhepunkt auf 1132 m auf meinem persönlichen Tiefpunkt. Pudding in den Schenkeln und keine Aussicht auf eine "Tankstelle".

Doch wie sagt der Volksmund: "Der dümmste Bauer erntet die größten Kartoffeln !" Rettung nahte in Form einer französischen Kleinfamilie, die am Straßenrand eben ihr Picknick beendete. Auf meine Frage nach einem Restaurant verneint der Ehemann, die Frau (praktisch veranlagt wie Frauen nun mal sind) öffnet ihre Kühltasche mit den "Resten". Baguette, Käse, eine Salami und eine Tomate, Herz was begehrst Du mehr! Meine Wasserflasche packt die Gute auch noch, fährt zum nächsten Haus und bringt sie zurück. "Vive la France !"

St. Laurent les bains (Thermalkur), einem kleinen Kurort, der sicher auch schon bessere Tage gesehen hatMit einem lauten "Yipieh" geht es nun weiter auf eine brutale Abfahrt, 500 Höhenmeter sind das locker, und das auf einer relativ kurzen Strecke, tja, wie gewonnen so zerronnen. Ein kurzer und knackiger Aufstieg bringt uns nach St. Laurent les bains (Thermalkur), einem kleinen Kurort, der sicher auch schon bessere Tage gesehen hat.

Wer es nicht merkt, dass er sich in einem Kurort befindet, der merkt es in der Bar: 5 euro für den Cafe liegeois, macht nix, gut war er und ein Glas Eiswasser gabs obendrein.

Der Etappenrest ist wieder zum genießen: noch mal ein knackiger Aufstieg mit wunderschönen "points de vue", in der Abendsonne, natürlich in den wärmsten Farben und dann als Belohnung für den Tag eine 5 – Kilometer - Abfahrt vom feinsten, großer Gang, den Tacho immer wieder mal über 50 km /h und schon sind wir da ! 98 Kilometer ! Wer prahlen will, der nimmt noch das Kloster Notre Dame des Neiges (Abtei) mit und kann dann erzählen, dass er mehr als hundert Kilometer gefahren ist.

Gasthof L'Etoile (Gasthof zum Stern) zwischen Lozere, Ardeche und den Cevennen im Südfrankreich

Das ehemalige Sommerferienhotel der Zwanziger Jahre mit am Fluss Allier gelegenen Park trägt den hübschen Namen Gasthof L'Etoile und dient heute als gemütliche Herberge. Es befindet sich in La Bastide-Puylaurent inmitten der für Südfrankreich typischen Berge; zwischen der Regionen Lozere, Ardeche und den Cevennen. Auch die Fernwanderwege GR7, GR70 Stevensonweg, GR72, GR700 Regordaneweg (St Gilles), Cevenol, Roujanel, Montagne Ardechoise, Margeride und der Schluchtenweg entlang dem Fluss Allier. Ideal für einen entspannten Urlaub.