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Cevennen und Causses

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Cevennen und Causses in Lozère

Die Cevennen und die Causses bilden ein außergewöhnliches geografisches und kulturelles Ensemble, das sich über mehrere Departements erstreckt und aufgrund seiner lebendigen, sich stetig entwickelnden agrarisch-pastoralen Landschaft in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die Landschaft zeichnet sich durch starke Kontraste aus: auf der einen Seite die Causses, weite, trockene Kalkplateaus mit karstigem Relief und Steppen; auf der anderen Seite die Cevennen, ein imposantes, von Schiefer und Granit geprägtes Massiv mit tief eingeschnittenen Tälern und dichter Vegetation. Die Geschichte beider Regionen ist eng mit der Schaftranshumanz verbunden, welche die Treibwege (Drailles) und die typische Architektur der Schäferhütten nachhaltig geprägt hat. Die Flora besticht durch ihre unglaubliche Vielfalt, die von mediterranen Arten in den Tälern der Cevennen bis hin zu den Trockenrasen auf den Hochplateaus der Causses reicht. Die Fauna ist ebenso emblematisch, gekennzeichnet durch die triumphale Rückkehr der Geier auf die Causses sowie die diskrete Anwesenheit des Bibers und zahlreicher anderer Arten in den Flüssen der Cevennen.

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Zu Beginn des 5. Jahrhunderts führten die Invasionen der Barbaren zum Zusammenbruch des Römischen Reiches. Im Süden Frankreichs folgte eine Reihe einschneidender Einfälle, die die Region tief prägten. Zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert wechselten sich Vandalen, Westgoten, Franken und Sarazenen ab. Obwohl diese Zeit von allgegenwärtiger kriegerischer Gewalt geprägt war, förderten diese Umwälzungen auch eine beispiellose kulturelle Durchmischung. Die Menschen erwarteten das Jahr 1000 mit großer Angst vor dem Weltuntergang – doch die Geschichte entschied anders. Das Aufkommen neuer landwirtschaftlicher Techniken belebte die Wirtschaft, führte zu Bevölkerungswachstum und verbesserte die Lebensbedingungen erheblich. Dieser wirtschaftliche Wohlstand ging mit einer blühenden kulturellen Entwicklung einher, die sich in der Poesie, der Kunst der Troubadoure und dem Ideal des Rittertums zeigte, sowie mit einem spirituellen Aufschwung durch die Expansion der Klosterorden, der Templer und des Katharismus.

So entstand gegen das 12. Jahrhundert in der Region Languedoc eine besonders hoch entwickelte Kultur und Zivilisation. Diese Blütezeit war jedoch nur von kurzer Dauer. Einigen Quellen zufolge begann ihr Niedergang abrupt mit dem Ausbruch des Albigenserkreuzzugs (gegen die Katharer) im Jahr 1209. Dieser Verfall verschärfte sich im 14. Jahrhundert, einer dunklen Epoche, die von der Pest, Hungersnöten und ständigen Kriegen heimgesucht wurde.

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Eine Sprache ist weit mehr als nur ein Kommunikationsmittel: Sie formt maßgeblich unsere Art zu denken und zu handeln. Die gemeinsame Beherrschung einer Sprache verleiht einer Gruppe oft einen stärkeren sozialen Zusammenhalt. Später gewann neben der Mündlichkeit auch die Schriftsprache eine entscheidende Bedeutung, da durch sie die Erinnerung an die Vergangenheit überliefert wurde. Während der fünf Jahrhunderte andauernden römischen Herrschaft hatte sich Latein natürlich als Alltagssprache etabliert und das zuvor verwendete Gallo-Romanisch allmählich verdrängt.

Im Norden Frankreichs wurde das Latein schnell von keltischen und gallischen Einflüssen gefärbt und nach den Barbareninvasionen nachhaltig von den Franken geprägt. Der Süden hingegen blieb tiefer in seinen romanischen Wurzeln verankert und bereicherte sich im Kontakt mit anderen mediterranen Kulturen. So entwickelte sich nördlich des Zentralmassivs die „Langue d'oïl“, während im Süden die „Langue d'oc“ vorherrschte. Von den Pyrenäen bis zu den Alpen hatte sich die Langue d'oc bereits im 10. Jahrhundert als eigenständige und strukturierte Sprache etabliert. Katalonien, die Provence, die Gascogne, das Limousin, die Auvergne und die Dauphiné gehörten zu diesem weiten Einflussbereich. Das älteste bisher bekannte schriftliche Dokument in okzitanischer Sprache soll das um 950 verfasste „Chanson de Sainte-Foy d'Agen“ sein. Unter dem kreativen Einfluss der Troubadoure wurde diese Volkssprache im 11. und 12. Jahrhundert erheblich bereichert. Das Languedoc zählte damals fast 500 Troubadoure, die der Nachwelt ein Korpus von rund 2.600 poetischen Texten hinterließen.

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Die Langue d'oc, später Okzitanisch genannt, war eine der wichtigsten europäischen Sprachen ihrer Zeit. Obwohl sie eng mit dem Lateinischen verwandt ist, weist sie sehr markante Eigenheiten auf. Korsisch und Katalanisch – zwei heute noch sehr lebendige Sprachen – sind übrigens direkt mit ihr verwandt. In den letzten Jahrzehnten wurden viele Stimmen laut, um das Okzitanische als Schrift- und gesprochene Sprache zu rehabilitieren und zu fördern. Es wird nun an der Universität Toulouse unterrichtet, und mehrere regionale Verlage bemühen sich, Bücher auf Okzitanisch zu veröffentlichen. In der heutigen Alltagssprache, auch in den Cevennen, finden sich regelmäßig Wörter und Klänge, die aus dieser reichen Geschichte stammen. Zum Beispiel ist „lou“ dort kein Vorname, sondern der bestimmte männliche Artikel. Das Wort montanha bedeutet Berg, das „o“ wird oft wie „ou“ ausgesprochen, und das „a“ am Ende eines Wortes nimmt meist den Klang eines „o“ an. Fajas bezeichnet die Buche, font eine Wasserquelle, pradel eine kleine Wiese und serre einen gezackten Gebirgskamm. Pailhes ist der traditionelle Ort, an dem Stroh gelagert wird. Diese wenigen Beispiele verdeutlichen die starke okzitanische Prägung, die in den südlichen Dialekten lebendig geblieben ist.

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Die Cevennen und die Causses sind auch als sehr preisgünstige Reiseziele bekannt. In vielen kleinen Dörfern lassen sich leicht Hotels mit einfachem Komfort finden, die besonders erschwinglich sind. Die touristische Hauptinfrastruktur konzentriert sich logischerweise in den größeren Ortschaften, am Rande der Cevennen und in der Nähe bedeutender Flüsse wie dem Gardon, dem Tarn oder der Jonte. Fast jeder Ort beherbergt mindestens ein Restaurant, das eine komplette und schmackhafte Mahlzeit für wenig Geld anbietet. Auch wenn die lokale Küche nicht den Anspruch erhebt, Haute Cuisine zu sein, so ist sie doch authentisch, großzügig und gutbürgerlich, wobei natürliche Produkte der Region bevorzugt werden. Man genießt dort herzhafte Gerichte mit Steinpilzen (Cèpes), Ziegenkäse (wie den berühmten Pélardon) sowie üppige Salate mit Käse, Speckwürfeln und Tomaten, reichhaltig gewürzt mit heimischen Kräutern. Als Begleitung zum Essen trinkt man traditionell einen geselligen „Vin ordinaire“ oder einen hervorragenden Landwein.

Die Etappenunterkünfte (Gîtes d'étape) sind keine klassischen Jugendherbergen, sondern gesellige und für alle Wanderer offene Unterkünfte. Ohne Altersbeschränkung oder strenge Sperrstunde bieten sie einen besonders herzlichen Empfang und befinden sich meist in unmittelbarer Nähe der großen Fernwanderwege (GR). Sie sind in der Regel mit einer Gemeinschaftsküche und vollständigen Sanitäranlagen (Duschen und Toiletten) ausgestattet und stellen Decken zur Verfügung. Obwohl eine Reservierung meist nur für große Gruppen zwingend ist, schadet ein vorheriger Anruf nie: So stellt man sicher, dass man erwartet wird. Die endgültige Bestätigung erfolgt dann direkt vor Ort, wenn man seinen Rucksack auf dem Bett abstellt.

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Da es sich meist um private Initiativen handelt (nicht zu verwechseln mit ländlichen Ferienhäusern oder klassischen Ferienwohnungen), hat jede Unterkunft ihren ganz eigenen Charakter. In den letzten Jahren hat sich der Komfort dieser Etappenunterkünfte in den gesamten Cevennen deutlich verbessert; oft locken sie mit einem wärmenden Kamin und manchmal steht sogar ein Kühlschrank zur Verfügung. Das „Relais“, eine etwas rustikalere Version der Etappenunterkunft, bietet weniger Platz; meist gibt es keine Dusche (obwohl fließendes Wasser vorhanden ist) und gelegentlich muss man sich damit begnügen, auf Stroh zu schlafen. Die Region verfügt über eine große Anzahl von Unterkünften, die gut entlang der Wanderrouten verteilt sind, wobei einige Dörfer sogar mehrere beherbergen. Eine aktualisierte Liste dieser Unterkünfte wird jedes Jahr veröffentlicht und ist ab Juni erhältlich.

Wildcampen ist im Nationalpark der Cevennen strengstens untersagt. Mit Höflichkeit ist es jedoch möglich, einen Landwirt um Erlaubnis zu bitten oder sein Zelt auf den angrenzenden Flächen einer Etappenunterkunft aufzuschlagen. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Cevennen eine sehr abgelegene Region bleiben, in der verstreute Bauernhöfe und Wohnhäuser selten sind. Wegen der hohen Waldbrandgefahr ist es außerdem absolut verboten, offenes Feuer zu machen. Für Wanderer, die bereit sind, auf minimalen Komfort zu verzichten, besteht manchmal die Möglichkeit, die Nacht in Notunterkünften wie alten Schäferhütten oder verlassenen Scheunen zu verbringen – vorausgesetzt natürlich, man hat seinen eigenen Schlafsack dabei.

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Die Cevennen bilden ein imposantes Gebirgsmassiv, das die südliche Ausdehnung des Zentralmassivs darstellt. Die höchsten Gipfel ragen im Norden rund um den Mont Lozère (1.699 Meter) auf, während im Süden der Mont Aigoual (1.567 Meter) die meisten Besucher und Naturliebhaber anzieht. Der Einfachheit halber unterscheidet man oft zwischen den „nördlichen Cevennen“ (Gebiet des Mont Lozère) und den „südlichen Cevennen“ (Gebiet des Mont Aigoual). Der Begriff „Cevennen“ hat ohnehin mehrere Bedeutungen: Er kann die Gebirgskette selbst, den Nationalpark der Cevennen oder weiter gefasst die gesamte historische und kulturelle Region bezeichnen. Verwaltungstechnisch gehört die nördliche Hälfte der Cevennen zum Departement Lozère, etwa 40 % des südlichen Teils liegen im Gard und die restlichen 10 % erstrecken sich in die Ardèche.

Seit 1970 ist der zentrale Teil des Massivs als Nationalpark anerkannt und streng geschützt. In der 91.400 Hektar großen Kernzone leben und arbeiten ganzjährig nur 600 Menschen. Die angrenzende Beitrittszone mit einer Fläche von 237.000 Hektar beherbergt rund 41.000 Einwohner, was die äußerst geringe Bevölkerungsdichte dieses unberührten Gebiets verdeutlicht. Die Gründung eines solchen Nationalparks dient vor allem einem absoluten Imperativ: dem bedingungslosen Schutz der Natur.

Aus diesem Grund unterliegt das Gebiet besonders strengen staatlichen Vorschriften. So ist es beispielsweise nur Einheimischen ausdrücklich gestattet, wilde Blumen, Pflanzen oder Früchte zu pflücken. Wildcampen ist untersagt und das Entfachen von Lagerfeuern wird mit sehr hohen Strafen geahndet. Auch die Jagd ist streng reglementiert. Mit diesen Maßnahmen versuchen die französischen Behörden, den authentischen Charakter der Region zu bewahren und insbesondere der Bodenspekulation Einhalt zu gebieten. Man darf also nicht erwarten, durch einen sorgfältig gepflegten Stadtpark zu schlendern: Die Natur hat hier ihre Unberechenbarkeit und Rauheit bewahrt.

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Die natürlichen Bedingungen sind in diesen französischen Naturparks authentisch und unberührt geblieben, was ein großer Gewinn für die Biodiversität ist. Weiter westlich der Cevennen erstrecken sich majestätisch die Causses. Dies sind weite, trockene Kalkplateaus in 800 bis 1.200 Metern Höhe, deren Oberfläche nur spärlich mit Sträuchern oder kleinen Kiefern bewachsen ist. Mutige Schafherden grasen auf diesen kargen Böden, die im Winter von eisigen Winden gepeitscht und im Sommer von einer unerbittlichen Sonne ausgedörrt werden. Man unterscheidet gemeinhin zwischen den „Großen“ und den „Kleinen“ Causses, doch diese Bezeichnung spiegelt lediglich die Fläche dieser Plateaus wider.

Die bekanntesten „Großen Causses“ sind: der Causse Méjean, der Causse du Larzac (riesige 1.400 km²), der Causse de Sauveterre und der Causse Noir (200 km²). Von allen weist nur letzterer ein mehr oder weniger bewaldetes Relief auf. Die geltenden strengen Vorschriften sind absolut notwendig, um das empfindliche ökologische Gleichgewicht der Cevennen und Causses zu schützen. Sie sichern langfristig den Erhalt der außergewöhnlichen Biodiversität, der grandiosen Landschaften und des unschätzbaren kulturellen Erbes der Region.

Das zerklüftete und unwegsame Relief der Cevennen wird stark von spektakulären, gezackten Gebirgskämmen geprägt, die lokal „Serres“ genannt werden. Diese topografische Besonderheit fällt dem Wanderer sofort auf, wenn er tiefer ins Hinterland vordringt. Die oft steilen und tief vom Wasser eingeschnittenen Schluchten werden hingegen „Valats“ genannt. Auf diesen Hängen, zwischen 600 und 900 Metern Höhe, dominieren die Kastanienbäume – die Ernährungsbäume der Cevennen schlechthin.

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In den nördlichen Cevennen, rund um den Mont Lozère, besteht der Untergrund fast ausschließlich aus Granit. Weiter südlich erheben sich spektakuläre Schieferformationen hoch über die Landschaft. Zwischen diesen beiden geologischen Dominanten finden sich noch vereinzelte Kalksteinausbisse, die sich hauptsächlich in der Nähe größerer Wasserläufe konzentrieren.

In der Nähe von L'Hospitalet und Barre-des-Cévennes kann man einige „kleine Causses“ durchqueren, die sich als deutlich weniger trocken erweisen als die eigentlichen großen Causses-Plateaus. Überall bietet die Landschaft einen faszinierenden Wechsel aus Hochplateaus, chaotischen Felsformationen, aber auch dichten Waldgebieten. Vor allem die Massive des Mont Lozère und des Mont Aigoual werden von großen, majestätischen Waldgürteln umschlossen.

Dank dieser Wälder ist es problemlos möglich, stundenlang im Schatten zu wandern, gut geschützt vor den brennenden Strahlen der Sommersonne. Bis auf etwa 1.000 Meter Höhe beherbergt der Wald neben der allgegenwärtigen Kastanie auch vielfältige Baumarten wie Steineiche, Kiefer, Buche oder Birke. Oberhalb dieser symbolischen Grenze von 1.000 Metern weicht der dichte Wald den „Garrigues“, einem pflanzlichen Ökosystem, das typisch für die gesamte Südhälfte Frankreichs ist.

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Die Garrigues bilden eine bemerkenswerte Pflanzengemeinschaft, die durch niedrige, buschige und oft stark duftende Sträucher wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Bohnenkraut gekennzeichnet ist. Diese widerstandsfähigen Pflanzen sind perfekt an die extrem trockenen und heißen klimatischen Bedingungen angepasst, die im Sommer in der Region herrschen. Von einem Ende zum anderen präsentieren sich die Cevennen als Naturregion von unbeschreiblicher Schönheit, die einer besonders reichen Fauna und Flora vielfältige Lebensräume bietet.

An den felsigen Hängen der höchsten Berge wird die Vegetation naturgemäß spärlicher. Diese alpinen Garrigues werden dann von Wacholder, Heidekraut und dichten Buchsbaumbüschen dominiert. Selbst tief im Inneren der Cevennen zeichnen sich bestimmte Mikroregionen durch ihre Schönheit aus, darunter das berühmte Vallée Française, die geheimnisvolle Montagne de la Vieille Morte, der Kamm des Bougès oder auch das wilde Vallée Borgne. An landschaftlicher Vielfalt mangelt es den Cevennen zweifellos nie.

Die Causses wiederum ruhen auf einem äußerst porösen Untergrund. Dieser besteht aus Kalkstein und Mergel (feine Kalkrückstände, die natürlich mit Ton vermischt sind). Genau diese geologische Besonderheit erklärt das Vorhandensein unzähliger Höhlen, unterirdischer Flüsse, Schächte und spektakulärer Dolinen in diesen Gebieten. An der Oberfläche werden die Hochplateaus von Flussbetten durchbrochen und zerrissen, die so tief eingeschnitten sind, dass sie riesige, schwindelerregende Canyons bilden. Der Boden, zu karg und steinig, eignet sich kaum für die traditionelle Landwirtschaft. Dafür trifft man auf zahlreiche, perfekt akklimatisierte Schafherden; ihre Zucht liefert Wolle, Fleisch und jene Milch, die für die Herstellung berühmter Käsesorten wie Pélardon und Roquefort unerlässlich ist.

Selbstverständlich behält die Weidewirtschaft hier stets ihre handwerkliche und kleinbäuerliche Dimension: Riesige industrielle Agrarbetriebe wird man vergebens suchen. Die Landschaft der Causses ist zudem gespickt mit „Lavognes“ (oder „Lavagnes“), künstlich angelegten, gepflasterten Teichen, die als wertvolle Trinkwasserspeicher für die Tiere dienen. Die „Sotchs“ wiederum bezeichnen natürliche Senken, die etwas Erde zurückhalten und oft von kleinen grünen Oasen umgeben sind. Unter dem Einfluss der jahrtausendelangen Erosion nehmen die Kalksteinformationen manchmal bizarre, monumentale und beeindruckende Formen an, die besonders in der Nähe der Canyons gut sichtbar sind. Auch wenn die Begriffe „Causses“ und „Cevennen“ von Besuchern oft verwechselt werden, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Bewohner der Causses im weitesten Sinne selbst als „Cévenols“ bezeichnen.

Als Bindeglied zwischen der Härte des Steins und dem Reichtum der Erde bilden die Cevennen und die Causses zweifellos eine Naturregion von unvergleichlicher Pracht und Vielfalt. Ihre grandiosen, von den Elementen geformten Landschaften bleiben der bevorzugte Zufluchtsort einer außergewöhnlichen Flora und Fauna.