Hier hinterlassen Gastfreundschaft und Komfort einen unvergesslichen Eindruck. Die Mahlzeiten am Table d'hôtes sind reichhaltig und von hervorragender Qualität. Der zum Essen servierte Wein stammt aus den südlichen Cevennen und das Brot ist hausgemacht.
Philippe, ein weitgereister Weltenbummler, wird Ihnen eine völlig neue Perspektive auf Tourismus und Gastfreundschaft eröffnen, die er durch den regelmäßigen Austausch mit anderen Gastwirten weltweit entdeckt und weiterentwickelt hat. Er ist ein Abenteurer mit vielen Talenten, der trotz seines großen Arbeitspensums stets entspannt und aufgeschlossen bleibt. Das Haus ist überaus geräumig, ebenso wie die Zimmer, die einen herrlichen Blick auf den Allier und den Park bieten. Philippe kennt die Cevennen-Region und ihre zahlreichen Wanderwege wie seine Westentasche: Von mehrstündigen Spaziergängen bis hin zu mehrtägigen Rundwanderungen hält er in einem großen grünen Ordner alles für seine Gäste bereit. Perfekte Voraussetzungen für einen fantastischen Erholungsurlaub!
La Bastide-Puylaurent liegt nur 1 km von der Wasserscheide entfernt und bietet durch diese besondere Lage ein reiches und vielfältiges Landschaftspanorama. Im Osten die Ardèche und ihre tiefen Schluchten, im Norden die Haute-Loire und ihre weiten Hochebenen, im Westen die Lozère und ihre dichten Wälder, und im Süden die Cevennen mit ihrem Nationalpark. Kaum 500 Meter vom Dorf entfernt, befinden Sie sich bereits mitten in der unberührten Natur. Seien Sie also nicht überrascht, wenn Ihnen ein Reh oder ein Wildschwein über den Weg läuft, oder wenn Sie auf Steinpilze stoßen, die das Herz eines jeden Pilzsammlers höherschlagen lassen.
Unser erster Tag.
Die Wanderung führt in Richtung der Cevennen nach Le Bleymard. Wir folgen dem GR®70 (Stevensonweg), der auf den Moure de la Gardille nahe den Quellen des Allier hinaufführt und anschließend hinab nach Chasseradès verläuft, wo der Chassezac fließt.
Nachdem wir das majestätische Viadukt von Mirandol überquert haben, auf dem der kleine Zug von La Bastide-Puylaurent nach Mende verkehrt, beginnen wir den langen Aufstieg auf den Berg Goulet. Der Weg führt über L'Estampe (wo einst Guillaume Périer, Herr von Lestampe und letzter Baron von Mirandol, lebte) und durch dessen dichten Wald. Es folgt ein langer Abstieg über Les Alpiers hinab in das Lot-Tal und nach Le Bleymard, direkt gegenüber dem Mont Lozère. Diese Etappe ist mit ihren 28 km zwar etwas lang, doch die landschaftliche Schönheit mit ihrem steten Wechsel aus Wäldern, Heiden und Wiesen lässt die Dauer der Wanderung schnell in den Hintergrund treten. Das komfortable Hotel La Remise bietet die ideale Gelegenheit zur Erholung. Wem diese Wanderung zu anspruchsvoll erscheint, der kann eine Zwischenübernachtung im Gîte de Mirandol (15 km) – geführt vom Hotel des Sources in Chasseradès – oder bei Tiny Aubenque einlegen. Die gebürtige Niederländerin betreibt seit einigen Jahren ihre Wanderherberge in Les Alpiers (26 km).
2. Tag
Auf dem Weg nach Le Pont-de-Montvert steht eine etwas leichtere Wanderung von lediglich 18 km an. Vorbei an der Station des Mont Lozère und über den Col du Santel (400 Höhenmeter), bedarf es nur noch einer kleinen Anstrengung, um den 1.699 Meter hohen Gipfel des Finiels zu erreichen – den höchsten Punkt des Mont Lozère, der ein außergewöhnliches Panorama über die gesamten Cevennen bietet.
Der Abstieg führt hinab nach Le Pont-de-Montvert, dem einstigen Schauplatz der blutigen Kamisardenkriege, bei denen sich Protestanten und Katholiken quer durch die Cevennen bekämpften (siehe hierzu auch die Geschichte der Lozère von Victor Adolphe Malte-Brun). Hier verlasse ich den Stevensonweg und übernachte in der städtischen Wanderherberge. Robert Louis Stevenson schrieb dazu: „Eines der ersten Dinge, die mir in Pont-de-Montvert begegneten – wenn ich mich recht entsinne – war die protestantische Kirche. Doch dies war nur ein Vorbote weiterer Neuheiten. Eine subtile Atmosphäre unterscheidet eine englische Stadt von einer französischen oder gar schottischen.“
3. Tag
Auf geht's zum Mas de la Barque. Ich improvisiere meine Route für 1,5 km über die Landstraße D998, passiere die kleinen Weiler Futgères, Le Merlet und Felgeroles und treffe dort wieder auf den GR®72, den ich bis La Bastide-Puylaurent nicht mehr verlassen werde. Hinter Felgeroles folgt der GR®72 dem Oberlauf des Tarn. Der Altier, der Lot, der Tarn und die Gardons entspringen alle am Mont Lozère.
An der Tarn-Brücke wähle ich eine Abzweigung, um das Mas Camargue und den Weiler Bellecoste zu besichtigen. Die Wanderherberge Mas de la Barque mit ihrem hohen Komfort und der herzlichen Gastfreundschaft weckt in mir den Wunsch, gleich zwei Tage zu verweilen – ein Wunsch, den ich mir prompt erfülle.
4. Tag
Ich verlasse die Herberge Mas de la Barque für eine Sternwanderung in Richtung des 1.680 m hohen Pic Cassini. Das Wetter ist klar, das Panorama prächtig, und die Aussicht reicht bis zum Mont Aigoual. Der Rückweg führt über die raue Heidefläche und durch den Weiler Bellecoste, wo ein Schäfer bereits die Zäune für den nahenden Sommerauftrieb vorbereitet. Durch den Wald „Bois du Commandeur“ kehre ich zur Herberge Mas de la Barque zurück – eine überaus entspannte Etappe von lediglich 16 km.
5. Tag
In der Nacht hat es geregnet. Ich folge zunächst 1 km der befestigten Straße, bis der GR®72 auf einen DFCI-Weg (Waldbrandschutzweg) abzweigt, sodass ich trockenen Fußes wandern kann. Der Abstieg nach Villefort ist steil, aber die Sonne strahlt bereits wieder über den Cevennen. Nachdem ich das Seeufer entlanggewandert bin und die Staumauer überquert habe, führt der Weg wieder hinauf auf die Hochebene. Es folgt die Besichtigung des befestigten Dorfes La Garde-Guérin und der Chassezac-Schluchten, bevor ich Albespeyre, das Ziel meiner heutigen Etappe, erreiche. Eine wunderschöne Wanderung von 19 km.
Hier kreuzt der GR®700, auch als Regordane-Weg bekannt. Es ist der historische Pfad der Ritter, Pilger und Hausierer, aber auch der Gaukler und Troubadoure. Einst eine Route für Wein, Gewürze, Salz, Öl und Käse, war er zugleich ein strategisch wichtiger Weg für den Zinn-Handel ans Mittelmeer. Hier marschierten fränkische Ritter in die Schlacht gegen die Sarazenen, und Mönche pilgerten nach Saint-Gilles oder vielleicht sogar bis in den Orient. Ein wahrhaftiger Sternenpfad in der Milchstraße des Reisens, die das Mittelalter so nachhaltig prägte.
Die Reise des Priesters Aulanier du Brignon im 17. Jahrhundert:
„17. November: Im Morgengrauen von La Bastide aufgebrochen, dinierte ich in Villefort im Logis der Drei Könige (Ausgabe: 17 Sols, 6 Deniers); kleine Mahlzeit und Pferdefutter in Génolhac (4 Sols, 6 Deniers); Abendessen und Übernachtung in Le Pradel in der Herberge Fornier (Ausgabe: 19 Sols, 9 Deniers).“
Heute befindet sich die Wanderherberge La Butinerie in einer ehemaligen Bastide aus dem 18. Jahrhundert, die geschmackvoll und unter Bewahrung der historischen Architektur renoviert wurde. Besonders hervorzuheben ist hierbei die überaus zuvorkommende Gastfreundschaft der aus Lunéville (Meurthe-et-Moselle) stammenden Gastgeberin.
6. Tag
Es sind nur noch 17 km auf dem Regordane-Weg, um über den Rachas-Staudamm, die Höhen von Prévenchères und Le Thort zurück nach La Bastide-Puylaurent zu gelangen. Genau hier überqueren wir auf 1.133 Metern Höhe die Wasserscheide zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer.
Ankunft im Gästehaus L'Étoile, wo ich mein Auto und meinen Freund Philippe wiedersehe. Mein Weg war gesäumt von spannenden Begegnungen: Rehe, Hasen, Adler und eine wunderschöne Flora – ganz zu schweigen von den vielen Forellen, die ich beim Überqueren der kleinen Bachstege erspähen konnte. Ach, diese Cevennen! Man kommt hierher, fühlt sich sofort wohl und kehrt immer wieder gerne zurück!











